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Ein Abschied der Superlative – Schulleiter OStD Bernd Fehige geht in den Ruhestand



Bernd und Barbara Fehige

Pünktlich um 11 Uhr bog am Freitagmorgen die etwa 8,60 Meter lange schneeweiße Stretchlimousine Marke Lincoln Town Car von der Hörsterstraße auf die Münsteraner Promenade ein. Vor dem Promenadenausgang des Adolph-Kolping-Berufskollegs kam der Wagen schließlich im strahlenden Sonnenschein zum Stehen. Hier war der 20 Meter lange rote Teppich bereits ausgerollt und 50 geladene Gäste sowie die etwa 80 Angehörigen des Lehrerkollegiums standen Spalier. Als der Chauffeur die Tür langsam öffnete hielten für einen Augenblick alle die Luft an und als dann nach seinen Verwaltungsangestellten und seinem Stellvertreter schließlich der Schulleiter Oberstudiendirektor Bernd Fehige nebst seiner Gattin Barbara dem Gefährt entstieg, da erhob sich der Applaus zum ersten Mal an diesem Tag und hielt an, bis der Schulleiter den Teppich und das Spalier mit strahlendem Lächeln abgeschritten und die Schule betreten hatte.

Hier im Lehrerzimmer hatte man zur offiziellen Verabschiedung Bernd Fehiges geladen, der nach fast 40 Jahren im Schuldienst des Landes Nordrhein-Westfalen am 01. Februar seinen wohlverdienten Ruhestand antritt. Die Lehrerinnen und Lehrer des Adolph-Kolping-Berufskollegs hatten keine Kosten und Mühen gescheut, ihrem Schulleiter mit einem gebührenden und unvergesslichen Ausstand Dank und Anerkennung für seine fast 16-jährige Dienstzeit auszudrücken.

Der stellvertretende Schulleiter Martin Lohmann hieß die Gäste willkommen, unter ihnen Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Bezirksregierung Münster, der Stadt Münster, des DGB, des VLW und VLBS, des Personalrats, des Hotel- und Gaststättenverbands, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung sowie Freunde, Weggefährten und Angehörige Bernd Fehiges.

Den Reigen der Festreden eröffnete die Hauptdezernentin des Dezernats 45 der Bezirksregierung Münster, Frau LRSchD'in Monika Appler, und überbrachte die Urkunde und den Dank der Landesregierung. Sie schilderte wichtige Stationen der breitgefächerten Arbeits- und Bildungsbiographie Bernd Fehiges, die vor über 50 Jahren mit einer Tischlerlehre begonnen hatte und eine solide Grundlage für seine Lehrertätigkeit und auch seine Arbeit in der Curriculumsentwicklung bot. Unter seiner Schulleitung habe Bernd Fehige die Schule rundum nach Vorne gebracht, sowohl baulich wie auch pädagogisch. In der Metapher des Bauens verbleibend, ergänzte Frau Appler, dass Bernd Fehige die „Baustelle Schule“ zwar nicht abgeschlossen aber gut aufgeräumt hinterlassen habe: „Schule ist im Gegensatz zum Bau jedoch ein immerfort lebendiges und bewegtes Ganzes ohne Ende und Stillstand.“

Stadträtin und Dezernentin für Schule, Kultur und Sport der Stadt Münster, Frau Dr. Andrea Hanke, betonte ihre langjährige enge Verbundenheit mit dem Adolph-Kolping-Berufskolleg und die Leistungen Bernd Fehiges für seine Schule und die Schullandschaft Münsters allgemein, deren Interessen er stets mit so starker Stimme vertreten habe, dass er von den Mitarbeitern des Schulamts  achtungsvoll als der „Löwe der Berufskollegs“ bezeichnet werde.

Der Sprecher der Berufskollegs der Stadt Münster und Leiter des Hans-Böckler-Berufskollegs, Günther Menke, philosophierte anschließend humorvoll über gute und schlechte Ratschläge für Bernd Fehiges Ruhestand und empfahl ihm dann schließlich, seinen lebenslangen Grundtugenden, der christlichen Gelassenheit und der abendländischen Kultur, mit Muße und Gelassenheit treu zu bleiben: „Deine Stimme wird uns fehlen. Du wirst uns fehlen. Niemand hat sich so scharf formulierend und gleichzeitig so diplomatisch für die Belange der beruflichen Bildung eingesetzt.“

Der stellvertretende Schulleiter Martin Lohmann erläuterte in seiner Laudatio Bernd Fehiges umfassenden Bildungsansatz im Sinne einer Verzahnung von Fachtheorie und Fachpraxis und lobte die Beharrlichkeit und Konsequenz, das Herz und die Hingabe, mit der Bernd Fehige seine Interessen verfolgt habe und die ihn zu einem Verwalter der Gegenwart und Gestalter der Zukunft gemacht hätten: „Bernd Fehige ist kein Mensch der Nebenwege und Ausflüchte, sondern ein Mensch mit einer festen Strategie, und diese Strategie heißt Kultur. Sein pädagogisches Anliegen ist es, die Schüler zu einer individuellen Aneignung unserer Kultur und zur Übernahme von Verantwortung zu befähigen.“ Martin Lohmann unterstrich, dass es Bernd Fehiges Leitungsstil gewesen sei, stets gemeinsame intelligente Lösungen und Handlungsmuster zu entwickeln. Außerdem sei Bernd Fehige auch ein Meister der Delegation als einer Strategie der Förderung und Entfaltung der Fähigkeiten und Stärken von Personen gewesen, ohne dabei jemals die Leitung und Verantwortung aus der Hand zu geben.

Die Schülersprecherin Tabea Taubert überbrachte Bernd Fehige die Glückwünsche der Schülerschaft sowie ein Foto, für das sich mehrere hundert Schülerinnen und Schüler in der Form des Schullogos aufgestellt hatten, und, in Anspielung auf Bernd Fehiges Lieblingstier, einen von unserer Gestaltungstechnikerin Janina Brandes gestalteten Hühner-Kalender.

Für das Kollegium des Adolph-Kolping-Berufskollegs ergriff danach der Lehrerratsvorsitzende Björn Knuth das Wort. Als langjähriger Hobbyimker verglich er den Schulbetrieb mit einem Bienenstock und gedachte dem Schulleiter Bernd Fehige hierbei die Rolle des Imkers zu, der mit Überblick, Verantwortung und Vertrauen Strukturen schaffen muss, damit sich seine „Bienen“ wohlfühlen, gut arbeiten und auch gesund bleiben können. Bernd Fehige habe es als Schulleiter geschafft, seine Kolleginnen und Kollegen stets durch Lob zu motivieren und gesund zu halten.

Im Namen des Kollegiums des Adolph-Kolping-Berufskollegs überreichte der Lehrerrat Bernd Fehige als Abschiedsgeschenk ein E-Bike und dazu eine Münsterlandkarte, in der fast alle Kolleginnen und Kollegen namentlich verzeichnet sind.

In seiner Replik bedankte sich der Schuleiter Bernd Fehige bei den Vorrednern für alle guten Wünsche und die vielen herzlichen Worte und Taten seines Kollegiums zu seinem Abschied.

Seinem Kollegium dankte er für die langjährige zuverlässige und auch fröhliche Zusammenarbeit, die ihm stets das Gefühl vermittelt habe, Schulleiter und Partner in einem Kreis von Selbstdenkern und Machern zu sein. Diesen positiven Eindruck habe vor allem das erfolgreiche Abschneiden des Adolph-Kolping-Berufskollegs bei der Qualitätsanalyse (QA) bestätigt. „Schulleiter sein bedeutet die Identität von Rolle und Person, die Erfahrung von Macht als Dilemma zwischen Wollen und Müssen, das Entscheiden auch gegen Widerstände sowie den Anspruch, Kontinuität zu wahren und gleichzeitig neue Impulse zu setzen.“

Besonders bedankte er sich bei der LRSchD'in Monika Appler und Frau Dr. Andrea Hanke für ihre Unterstützung bei der Regelung seiner Schulleiternachfolge. Mit sichtlichem Stolz überreichte Oberstudiendirektor Bernd Fehige den symbolischen Staffelstab an seinen Nachfolger, den stellvertretenden Schulleiter, Studiendirektor Martin Lohmann, der am 1. Februar in sein neues Amt eingeführt wird. In diesem ergreifenden Augenblick erhoben sich dann alle Anwesenden und zollten dem ausscheidenden Schulleiter ihren Tribut mit langen und begeisterten stehenden Ovationen.

Im Anschluss an die Verabschiedungsfeier fand ein kleines festliches Zusammensein statt.

Die Abteilung Ernährung und Hauswirtschaft hatte einen Sektempfang mit herzhaften und süßen Canapés vorbereitet, die dem gemütlichen Ausklang des Tages einen festlichen Rahmen geben konnten. Abgerundet wurden die vielen Gespräche noch durch die filmische Präsentation der teilweise sehr herzlichen und humorvollen Interviews des Kollegiums zur Frage „Woran denken Sie bei Bernd Fehige!“ Und woran wir alle bei Bernd Fehige denken? - Um es mit der Showmasterlegende Hans Rosenthal zu formulieren: „Bernd, das war Spitze!“


Text: Werner Grundhoff

Bilder: Ricarda Holz und Werner Grundhoff


Adolph-Kolping-Berufskolleg

Lotharingerstraße 30
48147 Münster

Tel: 0251 - 48247 0
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